24.10.2021

Ausstellung „GURS 1940. Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“

Die vom Haus der Wannseekonferenz kuratierte neue Wanderausstellung, die im April 2021 in der französischen Botschaft in Berlin eröffnet wurde, konnte im Beisein von Kindern und Enkeln nach Gurs deportierter Breisacher*innen am 24. Oktober 2021 im Blauen Haus eröffnet werden.

 

Viele Akteure aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden: Institutionen, Gedenkstätten und Einzelpersonen haben dazu beigetragen. Die Ausstellung war und ist seither an vielen Orten in Baden-Württemberg und in Frankreich zu sehen.

 

Nur in Breisach ist diese Ausstellung dauerhaft zu sehen!

 

Um möglichen weiteren pandemiebedingten Beschränkungen aus dem Weg zu gehen, erscheint der Ort, der Garten des Blauen Hauses, ideal.
Die Besucher stehen neben der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert im ehemaligen Stadtgraben, der im 17. Jahrhundert unter französischer Besatzung bebaut werden durfte.

 

 

Das Blaue Haus zeigt die Ausstellung in gekürzter Fassung und ergänzt durch 10 neue Tafeln, die die lokale Perspektive in den Fokus rückt.

 

Mehr als ein Jahr lang haben Dr. Robert Neisen und Dr. Bernd Hainmüller aus Freiburg im Auftrag des Blauen Hauses und mit Unterstützung des Archivs für Stadtgeschichte neue Forschungsergebnisse erarbeitet, die in der Ausstellung vorgestellt werden.

 

Zunächst wird die 300jährige Geschichte der dritten Jüdischen Gemeinde und die lange bestehende gute jüdisch-christliche Nachbarschaft gewürdigt. Dann steht die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Breisach im Mittelpunkt, die zunehmende Radikalisierung und der Terror, mit dem Gegner des Regimes konfrontiert waren, vor allem aber die Jüdische Gemeinde. Die Evakuierung mit Kriegsbeginn und die wenig bekannte Deportation vor der Deportation der Breisacher Juden im August 1940 nach Rufach im Elsass werden thematisiert.

 

 

Erstmalig wird in Wort und Bild dargelegt, welche Bedeutung die Breisacher Brücke für die Deportationszüge der badischen Juden hatte.

 

Die Namen aller Breisacher und in Breisach geborenen Bürger*innen im Lager Gurs werden genannt und die erschütternde Bilanz von 116 Gefangenen dort.

Nur Berthold Levy kehrte nach Breisach zurück. Seine jüngste Tochter überlebte die Deportation und starb hochbetagt vor einem Jahr in Südfrankreich. Ihr Sohn und seine Frau waren als Gäste des Blauen Hauses angereist.

 

Die Ausstellung wurde unterstützt durch

die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg

 

 

und wurde gefördert durch

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